Dienstag, 24. November 2020
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Einführung der Digitalen Akte in Berlin

Berliner Verwaltung mit Digitaler Akte

Die Digitalisierung der Berliner Verwaltung geht einen entscheidenden Schritt voran. Die „digitale Akte“ wird eingeführt. Was sich einfach anhört, aber höchst komplexe IT-Investitionen und Software-Investitionen erfordert.
Die zuständige Senatsverwaltung für Inneres und Sport hat im Rahmen eines EU-weiten Vergabeverfahrens in der letzten Woche den Zuschlag zur Einführung der Digitalen Akte in allen Berliner Behörden erteilt.
Der Vertrag wurde damit wirksam geschlossen. Eine vergaberechtliche Anfechtung ist ausgeschlossen. Der erfolgreiche Abschluß des Vergabeverfahrens ist schon ein Erfolg an sich, denn der Auftrag der Berliner Verwaltung war heiß umkämpft und beruhte auf komplexen technischen Anforderungen.

Die Firma Materna Information & Communications SE mit Sitz in Dortmund, wird mit der Software „nscale“ des Herstellers Ceyoniq die Standardsoftware für den künftigen IKT-Basisdienst Digitale Akte bereitstellen. Die Ceyoniq Technology GmbH mit Sitz in Bielefeld ist eine Tochter des japanischen Kyocera-Konzerns.

Die zuständige Staatssekretärin für Informations- und Kommunikationstechnik, Sabine Smentek konnte einen weiteren wichtigen Meilenstein feiern : „Die Digitale Akte ermöglicht eine elektronische Abwicklung von Arbeitsprozessen und gleichzeitig eine digitale Ablage für alle Schriftstücke. Das erleichtert die Sachbearbeitung in den Verwaltungen enorm. Sie ist ein Meilenstein in der Umsetzung des E-Government Gesetzes. Wir freuen uns, mit einem starken Partner an unserer Seite nunmehr das Projekt weiter vorantreiben zu können. Die traditionelle Umlaufmappe wird es in wenigen Jahren in der Berliner Verwaltung nicht mehr geben.“

Trotz vieler Hindernisse bei der Digitalisierung der Berliner Verwaltung, die wesentlich auf Schwierigkeiten bei der Einführung von WINDOWS 10 beruhen, wird der Fahrplan der Koalitionsvertrages eingehaltenn

Dank der parallel zum Vergabeverfahren betriebenen Vorbereitungen durch das Projektteam der Senatsverwaltung für Inneres und Sport sowie der beteiligten Verwaltungen könne jetzt mit der technischen Umsetzung begonnen werden, so die Staatssekretärin für Informations- und Kommunikationstechnik.

Die Senatsverwaltung für Inneres und Sport wird gemeinsam mit den Projektpartnern msg systems ag aus München, IMTB Consulting GmbH aus Berlin und Materna das Projekt zur Einführung der E-Akten-Software – die auch in Nordrhein-Westfalen genutzt wird – im Land Berlin durchführen. Nach einer Pilotphase wird die Digitale Akte stufenweise in allen Behörden des Landes Berlins eingeführt. Den technischen Betrieb übernimmt der zentrale IT Dienstleister des Landes Berlin, das IT-Dienstleistungszentrum Berlin (ITDZ). Ziel ist die flächendeckende Einführung der Digitalen Akte für rund 70.000 PC-Arbeitsplätze bis 2025.

Die beteiligten Firmen haben bisher noch nicht auf die positive Vergabeentscheidung reagieren können. Antworten auf Presseanfragen wurden für die kommend Novemberwoche angekündigt.

Die Einführung der Digitalen Akte in Berlin wird nun Schritt für Schritt in über 250 Fachverfahren erfolgen. Die geplanten Organisations- und Service-Verbesserungen werden sich jedoch noch über Monate hinziehen.

Die bekannten Klagen aus Unternehmerverbänden und Wirtschaftskreisen über fehlende Fortschritte der Berliner Verwaltung in der Digitalisierung werden schon bald der Vergangenheit angehören.

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