Von Michael Springer
Ockham´s Rasiermesser wurde gezückt, um das „zivilisationsrelevante Überleben der Lokalpresse“ neu zu sichern und neu anzutreiben. Eine humane, kulturvolle kreative und inklusive Digitalisierung ist möglich:
„Abo-Paywalls und Leser-Logins sind weg!“
Martin Luther und Philipp Melanchthon sind zwei wichtige prägende Leitfiguren für die Hinwendung zu einer neuen „medial-digitale Reformation,“ in der es darum geht, den Menschen und die offene Gesellschaft von Systemzwängen der unsinnigen Vernetzungs- und Plattformökonomien zu befreien.
„Demokratie braucht Sichtbarkeit, Erkennbarkeit — und alle Bürger haben gleiche Rechte!“
Im fortlaufenden demografischen Wandel muss die informierte und „medial-digitale Gesellschaft“ ihr Verständnis über Information und Kommunikation an neue Medien und neue Technologien anpassen.
Generative Sprachmodelle und Technologien unter dem Sammelbegriff „Künstliche Intelligenz“ zwingen auch dazu, den Journalismus grundlegend modernisieren.
Mit der technischen Eliminierung von Abo-Paywalls und Leser-Logins entsteht eine neue Mediengattung, die noch immer wie eine digitale Zeitung aussieht, aber viele neue Optionen erschafft: „Public Media.“
„Inklusive, allgemeine Öffentlichkeit ist die Basisoption für Stadtinformation und Journalismus“
Mit der sogenannten „Amtsblatt-Sichtbarkeit“ ausgestattet, können Public Media pressefrei und unabhängig berichten, „was ist“, „was sich entwickelt“ und „was kommt und beschlossen wurde.“
Vor allem können alle Angebote, Dienste, Medien und Infrastrukturen einer Stadt trotz wachsender Komplexität und Nachrichtendichte offen für alle Menschen sichtbar angezeigt werden.
Public Media ermöglichen Entbürokratisierung
Public Media werden sich auch als systemischer Beitrag zur „Entbürokratisierung“ erweisen, denn verantwortlich publizierte Informationen sind vertrauenswürdig und entfalten Gültigkeit, dazu auch Allgemeingültigkeit. Zusätzlich entstehen Optionen, die mit der „Amtsblatt-Sichtbarkeit“ einhergehen.
Generalprävention und Kriminalprävention werden wieder aktivierbar!
Journalismus wird nicht nur systemrelevant für die offene Gesellschaft, sondern auch „konstitutiv“ für unsere Verfassungsdemokratie und „zivilisationsrelevant“ für die Weiterentwicklung von Europa.
Journalismus muss daher auch eigenem Recht finanzierbar werden, ganz so wie Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer. Das öffentliche Preisrecht weist dabei den Weg, das Landesrecht und die Tariftreue.
Journalistische Medien sind dabei „wirtschaftliche Geschäftsbetriebe“ mit „Verlagsökonomien“ und per se mit „Dienstleistungen von allgemeinem wirtschaftlichem Interesse (DAWI).“
— Verantwortlich geführt, übernehmen Public Media auch die Funktionen der „Vierten Gewalt“ in der Demokratie ( vgl. www.bpb.de ): „Faire Berichterstattung und ehrliche Information, die sich der Wahrheit verpflichtet fühlt, sind Voraussetzungen dafür, dass die Medien ihrer Rolle als „Vierte Gewalt“ auch gerecht werden können.
In der Ära der „Systeme mit Künstlicher Intelligenz“ wird es unerlässlich, die „intellektuelle Souveränität“ auf allen Ebenen zu wahren. Die Öffentlichkeit als „5. Säule“ der Demokratie muss dabei eine offene Medienebene finden, in der Öffentlichkeit auch für alle Menschen in der Stadt sichtbar und gehört werden kann.
Public Media ermöglichen dabei neue „mediale-digitale Stadtrechte“ und dazu offene Diskurse und Stadtgespräche. — Es ist zugleich ein offenes Angebot, das politische Parteien nutzen können, um ihre kommunalpolitische Verantwortung mit Bürgernähe wahrnehmen zu können.
Vor allem aber entsteht ein universelles Prinzip, das humane kreative Arbeit neu ins Recht setzt, damit Menschen digitale und mediale Systeme als Werkzeuge zu kultivieren und nutzbar machen, um Wohlstand, Gemeinwohl und Zivilisation mit Wertschöpfung neu zu entwickeln!
– Fortsetzung folgt.
Kulturgeschichtliches Rätsel:
„Warum wurden Martin Luther und Philipp Melanchthon als Symbolfiguren für Journalismus und Public Media ausgewählt? — Antworten bitte bis 31. Oktober 2026 einsenden an: info@anzeigio.de .
Public Media — Inklusion & Öffentlichkeit in unabhängigen Lokalmedien mit offenen Systemen*.
*) „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann“ (Böckenförde, 1964/1967). „Eine offene, inklusiv öffentliche Medienlandschaft hilft, eben diese Voraussetzungen alltäglich in Frage zu stellen und immer wieder zu erneuern!“ (Michael Springer, 2026).
