Montag, 02. November 2026
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Ausstellung:„Be’eri 6:56″ über das Massaker am 7. Oktober 2023 in Israel im Rathaus Neukölln

Rathaus Neukölln

Am 30. Oktober 2026 war der letzte Tag der Ausstellung „Be’eri 6:56″ über das Hamas-Massaker in Israel, die seit dem 8. Oktober 2023 im Rathaus Neukölln gezeigt wurde.

„6:56 Uhr: Ein Hamas-Terrorist schlägt mit seinem Gewehr ein Fenster am Empfangshäuschen des Kibbuz Be’eri ein. Eine Überwachungskamera hält diesen Moment fest, der in Be’eri den Anfang vom Ende markiert. Die Bewohner:innen des Kibbuz sind bereits eine halbe Stunde zuvor durch Raketenalarm und dumpfe Raketeneinschläge wach geworden – Geräusche, an die sich die meisten, die in den Kibbuzim nahe der Grenze zu Gaza leben, seit längerem gewöhnt haben.“

ABC News zeigt in einem YouTube-Video Ausschnitte und Eindrücke des laufenden Angriffs und den Horror der Bewohner der Kibbutz Be’eri und den Horror auf dem Nova-Musikfestival.

Inside Kibbutz Be’eri residents were murdered by Hamas as the IDF failed them | 7.30 – YouTube-Video


Kibbuz Be’eri – das Geschehen

Der Kibbuz Be’eri wurde am 6. Oktober 1946 gegründet. Viele Bewohner:innen des Kibbuz waren in Friedensinitiativen aktiv, auch humanitäre Hilfe für Palästinenser:innen im nahen Gazastreifen wurde privat und in Gruppen organisiert. Zum Zeitpunkt des Angriffs der Hamas am 7. Oktober 2023 leben in Be’eri etwa 1200 Menschen. Der Angriff trifft die Menschen ohne Vorwarnung. Am Abend zuvor wurde der 77. Jahrestag der Gründung des Kibbuz gefeiert: man tanzte, sang und saß beisammen, mit der Familie und mit den Nachbar:innen. Am frühen Morgen des 7. Oktobers ertönen Sirenen, kurz darauf, um 6:56 Uhr, dringt der erste Hamas-Terrorist in den Kibbuz ein; einer von mehr als 100 Männern, die an diesem Tag mehrere Stunden bestialisch morden, vergewaltigen, verstümmeln und Menschen verbrennen, darunter Kinder, Jugendliche, sogar Babys. Erst mehrere Stunden später trifft Hilfe ein. Für viele Menschen kommt jede Rettung zu spät. Mehr als 125 Menschen werden auf brutale Weise ermordet, 32 als Geiseln nach Gaza verschleppt.

Über die Ausstellung

Die Ausstellung „Be’eri 6:56“ wurde von der Deutsch-Israelische Gesellschaft e.V. AG Würzburg erstellt und kuratiert. Die gezeigten Fotos entstanden im November 2023. Sie dokumentieren das Ausmaß der Gewalt in den Kibbuzim Be’eri, Re’im und Nir Oz. Bei der Bildauswahl wurde aber bewusst darauf verzichtet, besonders verstörende Aufnahmen zu zeigen. Dennoch erzählen die Aufnahmen – wenn auch in zurückhaltender Weise – von den Massakern, die an diesem Tag von den Hamas-Terroristen verübt wurden. Sie sind Zeugen eines unfassbar brutalen Samstagmorgens am 7. Oktober 2023 um 6:56 Uhr.

Bezirksbürgermeister Martin Hikel sagte in seiner Rede zur Eröffnung der Ausstellung: „Der Terrorangriff der Hamas von 7. Oktober 2023 stellt eine Zäsur dar. In Israel, weil an keinem anderen Tag seit dem Ende der Shoa so viele Jüdinnen und Juden ermordet wurden. Und zugleich in Neukölln, Deutschland und weltweit, weil die Gräueltaten der Hamas und der unaussprechliche Terror dieses Tages relativiert und ideologisiert werden. Mit der Ausstellung wollen wir zweierlei: Wir wollen erinnern an die Opfer der Barbarei vom 7. Oktober 2023. Und wir wollen im Rathaus ein Zeichen setzen gegen Hass, gegen Antisemitismus und gegen Gewalt. Dazu lade ich alle ein.“

Noch bis zum 6. November 2026 zeigt die Deutsch-Israelische Gesellschaft, AG Würzburg die noch umfangreichere Ausstellung „Israel 733:02:35“ über das Massaker am 7. Oktober 2023 im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages.


Public Media — Die Neukölln Nachrichten erinnern an dieses Ereignis, weil hier ein bewusster Terror-Angriff und ein Zivilisationsbruch begangen wurde, der alle Regeln der Menschlichkeit gezielt ablegte. Die Nachwirkungen belasten bis heute die Berliner Stadtgesellschaft und verhindern neue konstruktive Ansätze.

„Die Auseinandersetzung zwischen westlich geprägten Gesellschaften und islamisch geprägten Gesellschaften ist bislang von kruden Missverständnissen und Ungleichzeitigkeiten geprägt. Es ist an der Zeit, sich der Tektur des Konfliktes zu vergewissern, und nach Wegen zu suchen, wie trotz scheinbar unvereinbarer kultureller Prägungen und Auffassungen dennoch ein friedliches Zusammenleben ermöglicht werden kann.“
Michael Springer, 26. Januar 2015 in der Pankower Allgemeine Zeitung