Mittwoch, 25. November 2020
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Corona-Virus: vor Panik wird gewarnt

Coronavirus (SARS-CoV-2)

Der Vorsitzende der World Medical Association, Frank Ulrich Montgomery, erwartet frühestens im nächsten Jahr einen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus – warnt jedoch vor Panik. „In ein paar Jahren werden wir mit einer anderen grippeähnlichen Krankheit namens Covid-19 leben, gegen die wir uns impfen können. Jetzt ist es Zeit, den Übergang zu bewältigen“, sagte Montgomery gegenüber der Passauer Neue Presse. Die Technik der Impfstoffextraktion und -zulassung dauert mindestens ein Jahr. „In einem günstigen Fall werden wir nächstes Jahr einen Impfstoff haben.“ Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Recht, wenn er sagt, dass Deutschland an der Schwelle der Epidemie steht, sagte Montgomery. Forschungsergebnisse aus Hamburg zeigten jedoch, dass das Virus schwächer wird.

„Es ist jetzt richtig, wo immer möglich, den Ausgangspunkt der Infektion zu finden und Quarantänemaßnahmen in begrenzten Bereichen durchzuführen. Isolationsstationen in den Kliniken müssen unter hohem Druck eingerichtet werden“, sagte Montgomery. Eingeschränkte Städte machten nur Sinn, „wenn Verkehrsverbindungen in Dörfern oder Kleinstädten leicht abgegrenzt werden können“, sagte der Leiter der World Medical Association. „Vor allem müssen wir aufhören in Panik zu geraten. Das Virus kann bei manchen Menschen zu schweren Krankheiten führen. In über 80 Prozent führt es jedoch nur zu Erkältungssymptomen. Aber dies ist nicht das Ende der Welt.“

Aktuelle Risikoeinschätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI)

„In Deutschland sind bislang nur wenige bestätigte Infektionsfälle mit dem neuen Coronavirus (SARS-CoV-2) aufgetreten. Nach dem Infektionscluster bei einer Firma in Bayern und einzelnen Fällen bei den deutschen Staatsbürgern, die Anfang Februar 2020 aus Wuhan ausgeflogen worden waren, sind seit 25.2.2020 Erkrankungsfälle in weiteren Bundesländern bekannt geworden (Fallzahlen siehe www.rki.de/covid-19-fallzahlen). Fast alle Patienten aus dem Infektionscluster in Bayern wurden inzwischen genesen aus dem Krankenhaus entlassen.

Das Robert Koch-Institut erfasst kontinuierlich die aktuelle Lage, bewertet alle Informationen und schätzt das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland ein. Auf globaler Ebene handelt es sich um eine sich sehr dynamisch entwickelnde und ernst zu nehmende Situation. Für eine abschließende Beurteilung der Schwere der neuen Atemwegserkrankung liegen gegenwärtig nicht genügend Daten vor. Bei einem Teil der Fälle sind die Krankheitsverläufe schwer, auch tödliche Krankheitsverläufe kommen vor. Mit einem Import von weiteren Fällen nach Deutschland muss gerechnet werden. Auch weitere Übertragungen, Infektionsketten, lokale Infektionsgeschehen und Ausbrüche sind in Deutschland möglich. Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung wird in Deutschland aktuell als gering bis mäßig eingeschätzt. Eine weltweite Ausbreitung des Erregers ist wahrscheinlich. Diese Einschätzung kann sich kurzfristig durch neue Erkenntnisse ändern.

Vorsorgemaßnahmen

Das RKI hat seinen Beitrag „SARS-CoV-2: Informationen des Robert Koch-Instituts zu empfohlenen Infektionsschutzmaßnahmen und Zielen“ am 28.2.2020 aktualisiert und auf die möglichen Maßnahmen nach dem Nationalen Pandemieplan Teil I der Bundesländer verwiesen.
Weiter schreibt das RKI: „Die massiven Anstrengungen auf allen Ebenen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) verfolgen bislang das Ziel, einzelne Infektionen in Deutschland so früh wie möglich zu erkennen und die weitere Ausbreitung des Virus dadurch so weit wie möglich zu verzögern.“

Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus außerhalb von China schätzen die Experten des Robert-Koch-Instituts (RKI) aktuell gering ein. Gleichwohl empfiehlt der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte e.V. (VDBW) einfache Verhaltensregeln, um das Infektionsrisiko zu minimieren.

Für den Umgang vor Ort empfiehlt der VDBW grundsätzlich dieselben Verhaltensregeln, die auch bei einer gewöhnlichen Influenza gelten. Das Wichtigste ist die Hygiene: „Das Coronavirus erfordert mehr Hygienebewusstsein in der Bevölkerung – sowohl im öffentlichen als auch im persönlichen Raum“, betont Dr. Wolfgang Panter, Präsident des VDBW. Man sollte oft die Hände waschen und Desinfektionsmittel für den Fall einer Berührung mit infektiösem Material o.ä. bei sich haben. Geschäftspartner könne man treffen, auf das Händeschütteln sollte man aber verzichten.

Persönliche Hygieneschutzmaßnahmen

Für alle Menschen wird geraten: Gute Handhygiene, also regelmäßiges Waschen mit Seife, ein bis zwei Meter Sicherheitsabstand von kranken Menschen, sowie Husten und Niesen in die Armbeuge. Oder in ein sauberes Einwegtaschentuch. Atemmasken seien für gesunde Menschen nicht nötig, meint Prof. Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie der Universitätsmedizin Essen. Und auch ständiges Desinfizieren der Hände sei überflüssig.

Eine Ansteckung mit Krankheiten, die vor allen Dingen durch Tröpfchen übertragen werden – zum Beispiel bei lautem Sprechen, Rufen oder Husten innerhalb von zwei Metern Abstand – kann man durch Tragen einer Atemmaske versuchen zu vermeiden. Solche Masken können auch eine potenzielle Schmierinfektion verhindern, indem sie unterbinden, dass man sich mit schmutzigen Händen an Mund und Nase greift. „Ein Mundschutz bringt etwas, weil die Tröpfcheninfektion über Mund und Nase übertragen wird.“, erklärte die Vizepräsidentin des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte e. V., Dr. Anette Wahl-Wachendorf. Der Träger sollte aber darauf achten, dass der Mundschutz korrekt sitzt, damit Erreger nicht seitlich eindringen können. Und je nachdem, wie viel man spricht und wie feucht der Mundschutz wird, sollte man ihn mindestens zwei bis dreimal täglich wechseln.

Männer-Risiko Bartwuchs und Infektionsschutz-Filtermasken

Die Centers for Disease Control and Prevention in USA haben speziell für Männer Empfehlungen für Bartträger zum Tragen von Mundschutzmasken herausgegeben, die auch von den OSHA-Arbeitsschutzstandards entsprechen. Das CDC-Poster mit „Facial Hairstyles and Filtering Facepiece Respirators“ gibt es hier als PDF- Download.

Centers for Disease Control and Prevention
Centers for Disease Control and Prevention: „Facial Hairstyles and Filtering Facepiece Respirators“

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