Sonntag, 04. Dezember 2022
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Tomaten kommen im Winter aus Südost-Spanien

Tomatengewächshaus in Südspanien

Die Energiekosten-Krise verändert auch die europäische Landwirtschaft und den Anbau von Früchten, Gemüsen und Feldkulturen.
Die Gewächshäuser Südostspaniens haben plötzlich einen entscheidenden Standortvorteil: die völlige Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Daraus erwachsen in der weltweiten Energiekrise viele Vorteile, und vor allem Kostenvorteile.
Auf ca. 35.000 Hektar nimmt daher der Anbau von Tomaten, Gurken und Paprika immer weiter zu. Moderne Düngekonzepte und biologische Schädlingsbekämpfung mit nützlichen Insekten erlauben die Produktion nach Biostandards.
Das erste Obst und Gemüse ist bereits auf den europäischen Märkten eingetroffen. Viele weitere Kulturen werden im Laufe des Oktobers ihre volle Produktion erreichen.

Mit Beginn des Herbstes werden in den südostspanischen Solargewächshäusern in den Provinzen Almería und Granada die Sommerkulturen abgelöst, um alle Europäer auch in den kalten Monaten zu versorgen.

Solargewächshäuser: Gemüsegarten Europas

Die in Solargewächshäusern in Spanien produzierten Früchte und Gemüse dämpfen auch den Preisanstieg — Das gute Klima in Almería und an der Küste von Granada, mit 3.300 Sonnenstunden im Jahr, ermöglicht dagegen ein kräftiges und schnelles Wachstum der Pflanzen.

Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Cute Solar erwarten die Landwirte bei Tomaten ein Ertragsplus von 14 Prozent, bei Gurken von fünf Prozent und bei Paprika von zwei Prozent erzielen. Zucchinis verzeichnen in dieser Saison einen Rückgang von 15 Prozent. Bei Auberginen wird die Anbaufläche um 10 Prozent reduziert.

Insgesamt rechnet der Agrarsektor mit ähnlichen Produktionszahlen wie in den Vorjahren und einer Ernte von etwa 4,5 Mio. Tonnen. In den Wintermonaten können 50 Prozent des spanischen Inlandsmarkts und 60 Prozent der europäischen Märkte beliefert werden.

Biologisch kontrollierte Anbauflächen nehmen weiter zu

74 Prozent der wichtigsten Obst- und Gemüsekulturen, die in den südspanischen Solargewächshäusern angebaut werden – Paprika, Tomate, Aubergine, Gurke, Zucchini, Melone und Wassermelone – werden mit biologischen Kontrolltechniken angebaut. Das sind zwei Prozent mehr als in der letzten Saison.

Der Einsatz von Hilfsfauna zur Schädlingsbekämpfung bei Paprika wird in dieser Saison 99 Prozent erreichen und damit alle anderen Produkte übertreffen. Bei Auberginen werden 79 Prozent der Anbaufläche mit dieser Technik bewirtschaftet, bei Gurken mehr als 80 Prozent, bei Tomaten 70 Prozent und bei Zucchini 25 Prozent.

Der Einsatz von „Nützlingen“ wie Marienkäfern, Laufkäfern, Milben, Schlupfwespen und Spinnen ermöglicht den weitestgehenden Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel. Als natürliche Feinde der Schädlinge, wie etwa Blattläuse. Spinnmilben und Schnecken, und sorgen sie für ein Gleichgewicht zwischen Räubern und Beute.
Im Ergebnis wachsen die Pflanzen kräftiger, Früchte werden schmackhafter — das Arbeitsumfeld für die Menschen wird gesünder. Insgesamt werden nachhaltige Anbau- und Produktionsmethoden umgesetzt, die auch Umwelt und Klima entlasten.

Cute Solar ist eine Werbekampagne die den Anbau in Solargewächshäusern propagiert. Der spanische Verband der Erzeugerorganisationen für Obst und Gemüse in Andalusien, HORTIESPAÑA, und die spanische interprofessionelle Organisation für Obst und Gemüse, und der Zusammenschluss der europäischen Erzeugerregionen für Obst und Gemüse, AREFLH werben gemeinsam für die modernen landwirtschaftlichen Produktionsmethoden in Solargewächshäusern. Es geht insbesondere um zentrale Aspekte wie Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit sowie Sicherheit, Qualität und Rückverfolgbarkeit
der Erzeugnisse.,

Auf der Internetseite von cutesolar gibt es auch spielerische Informationen für Kinder, ein Gewinnspiel und eine Video-Bibliothek, die über Solar-Gewächshäuser in Südeuropa informiert.

Mehr Informationen:

www.cutesolar.de