Dienstag, 16. April 2024
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Das Verschwinden der Lokalnachrichten in den USA

Tageszeitung in der Krise

Von Michael Springer

Die „sogenannte Digitalisierung“ schreitet in den USA voran. Parallel dazu gibt es einen Aufschwung des Populismus und einen Niedergang der demokratischen Kultur und des Gemeinsinns. Ist es Zufall — oder ist es eine systemische Entwicklung:

„In den USA gehen jede Woche mehr als zwei Zeitungen verloren, was für unsere Gemeinden – und unsere Demokratie – einen hohen Preis bedeutet.“ — So leitet der Redaktionsstab des Magazins THE WEEK einen Beitrag ein, zum „Verschwinden der Lokalnachrichten.“

BRIEFING: The demise of local news ( THE WEEK | 24.01.2023 ).

Wie schlimm ist das Problem in den USA?

Originalzitat: „Laut einem Bericht der Medill School of Journalism der Northwestern University aus dem Jahr 2022 haben die USA seit 2005 mehr als 2.500 Zeitungen verloren – das sind 25 Prozent der Gesamtzahl – und werden bis 2025 voraussichtlich ein Drittel davon verlieren. Das Ergebnis ist eine wachsende Zahl von Amerikanern, inzwischen fast 70 Millionen, die in einer „Nachrichtenwüste“ leben – einer Gemeinschaft ohne lokale Nachrichtenquelle. Bei den meisten dieser stillgelegten Zeitungen handelt es sich um Wochenzeitungen, die kleinere Gemeinden abdecken, aber auch größere Tageszeitungen sterben. 2019 wurde Youngstown, Ohio, zur größten US-Stadt ohne eine Zeitung, als der 150 Jahre alte Vindicator den Geist aufgab. Und viele der überlebenden Zeitungen und digitalen Start-ups haben nur noch eine dünne Personaldecke, der die Ressourcen fehlen, um viel zu recherchieren und als Wächter der Gemeinschaft zu fungieren. Nach Angaben von Medill sind seit 2005 fast 60 Prozent der Arbeitsplätze in den Redaktionen verloren gegangen. Viele Zeitungen haben ihre Ausgaben gestrichen, so dass selbst große Städte wie Pittsburgh, Salt Lake City und New Orleans keine gedruckte Tageszeitung mehr haben. „Dies ist eine Krise für unsere Demokratie und unsere Gesellschaft“, sagte Penelope Muse Abernathy, Autorin des Medill-Berichts.“ (Zitatende).

Der Beitrag schildert die Ursachen und diskutiert mögliche Gegenmaßnahmen, von denen offenbar ein spendenfinanzierter „Non-Profit-Journalismus“ eine Vorzugsvariante ist.

Verbreitung von ‚rosa Schleim‘ — A proliferation of ‚pink slime‘

Ein besonderes US-amerikanisches Phänomen wird von dem Journalisten Ryan Zickgraf beschrieben. Er prägte den Begriff ‚rosa Schleim‘ (rosa Schleim) – eine Anspielung auf ein Fleischnebenprodukt, das als billiger Füllstoff zu Rinderhackfleisch hinzugefügt wird. Durch gezielte Falschmeldungen wird das gesellschaftliche Klima vergiftet. Mehr als 1.200 Websites wurden schon identifiziert, die die entstandenen Lücken im Zeitungsangebot nutzen: „Während die traditionellen Zeitungen weiter aussterben“, so Zickgraf, „füllen rosa Schleim-Seiten schnell die Lücken“.

Besonders problematisch daran: die Demokratie in den USA wurde auf einet blühenden Presselandschaft aufgebaut. — Inzwischen sind viele US-Bürger nicht mehr in der Lage, seriöse Nachrichten, ‚Pink slime‘ und ‚Fake News‘ auseinander zu halten.
Eine Entwicklung, die auch in Berlin droht, denn immer weniger Schüler:innen können richtig lesen!


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