Mittwoch, 05. Oktober 2022
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Steigende Heiz- und Energiekosten werden zur Herausforderung im Gebäudebestand

Energiesparen im Altbau

Gestiegenen Heiz- und Energiekosten sind schon jetzt ein wirtschaftlich brisantes Thema für viele Haushalte, die mit ihrem Nettoeinkommen in die Kostenfalle geraten.
Zahlen des Statistischen Landesamtes Berlin-Brandenburg belegen, dass in den meisten Berliner Bezirken mehr als zwei Drittel aller Bestandsgebäude vor 1990 errichtet wurden und damit oft keinem zeitgemäßen energetischen Standard entsprechen.

Die Folgen der Ukraine-Krise schlagen nun durch: Energiepreise sind in den vergangenen Monaten stark gestiegen. Die Wohnung auch in der kalten Jahreszeit warm zu halten, wird im kommenden Winter teuer.

Preise für Öl und Gas sind besonders stark gestiegen. Wenn jetzt dazu aufgerufen wird, beim Heizen zu sparen, ist dies in Mitte in 88 Prozent aller Wohngebäude aber nur bedingt möglich. „Hausbesitzer spüren jetzt sehr schnell, wie sich eine energetische Modernisierung bezahlt macht“, weiß Regionalleiter Roy Domke vom LBS-Kompetenz-Center Schöneberg.

Altbauten in Berlin-Mitte zu 88 Prozent noch nicht energetisch saniert

Laut Statistischem Landesamt Berlin-Brandenburg gab es in Mitte Ende 2021 rund 206.000 Wohnungen in insgesamt 13.600 Gebäuden. 88 Prozent dieser Gebäude sind vor dem Jahr 1990 errichtet worden. Wurden sie bisher nicht modernisiert oder energetisch saniert. So liegt der hohe Energieverbrauch einer solchen Immobilie bei mindestens 125 kWh pro Quadratmeter. „Zum Vergleich: Der heutige Baustandard sieht eine Heizleistung von nur 55 kWh pro Quadratmeter vor“, rechnet Domke vor.

Sparpotential konkret berechnet

Bei einer Wohnfläche von 100 Quadratmetern verbraucht eine Wohnung oder ein Haus Baujahr 1990 etwa 1.250 Liter Heizöl. Ein moderner energieeffizienter Neubau kommt auf gerade einmal 550 Liter. Auch bei Gas, Fernwärme und anderen Energieträgern sind somit Einsparungen um die 40 Prozent möglich.
Enegieeffizienz ist daher mehr denn je gefordert: Je älter ein unsaniertes Wohngebäude ist, desto größer ist das Sparpotenzial. Erst seit 1977 gibt es staatliche Vorgaben für den Energieverbrauch von Neubauten.

„Umso wichtiger ist es, dass die Besitzer den Energieverbrauch – und damit ihre Wohnkosten – auch nachträglich weiter senken“, so LBS-Regionalleiter Roy Domke. Dafür reicht der routinemäßige Austausch der Heizung nach 20 Jahren keinesfalls aus. Gebäudehülle, Fenster, Dämmungen und technische Anlagen sollten regelmäßig auf ihr Sparpotenzial hin überprüft werden.

Einen ersten individuellen Überblick – vor allem auch über die möglichen Kosten – können sich vor allem Eigenheimbesitzer mit dem lbs-energie-sparrechner.de verschaffen.


Anteil der Gebäude, die vor 1990 gebaut wurden in Berlin und Bezirken

Berlin-Gesamt: 75%

Charlottenburg-Wilmersdorf 92%

Friedrichshain-Kreuzberg 87%

Lichtenberg 65%

Marzahn-Hellersdorf 49%

Mitte 88%

Neukölln 84%

Pankow 61%

Reinickendorf 85%

Spandau 74%

Steglitz-Zehlendorf 86%

Tempelhof-Schöneberg 88%

Treptow-Köpenick 62%

Weitere Informationen:

LBS Norddeutsche Landesbausparkasse Berlin-Hannover – www.lbs-nord.de