Samstag, 18. Juli 2026
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Schulenburgpark – der Märchenpark in Neukölln

Der Märchenbrunnen des Schulenburgparks ist knapp sieben Meter hoch.

Von Amina Mendez

Der Von-der-Schulenburg-Park gehört zu den weniger bekannten Kleinoden unter den Berliner Volksparks. Er liegt an der südlichen Sonnenallee in Neukölln, in der Nähe des S-Bahnhofs Köllnische Heide. Sein Name geht auf den Adligen Rudolf Wilhelm Graf von der Schulenburg zurück. Er war von 1914 bis 1917 Oberpräsident der Provinz Brandenburg.

Neben der stark befahrenen Verkehrsachse der Sonnenallee fällt der Streifen hoher Bäume beim Vorbeirasen kaum auf. Erst wenn man in eine der angrenzenden Querstraße kommt, wird es ruhiger. Dann erst offenbart sich die wunderbare Präsenz des Parks.

Mit seiner Größe von rund fünf Hektaren ist der Schulenburgpark etwa doppelt so groß wie der Körnerpark und im Sommer ein schöner Ort zum Verweilen. Trotz der angrenzenden Sonnenallee ist es recht ruhig auf den weiten Wiesen. Hohe Bäume, Blumen- und Pflanzenbeete geben dem Park einen Rahmen. So ist er von allen Seiten vom Trubel der Großstadt abgegrenzt. Und es gibt schattige kühle Orte im Park, die an Hitzetagen wohltuend sind.

Der Von-der-Schulenburg-Park ist eine Perle unter den Parks von Berlin.
Der Von-der-Schulenburg-Park ist eine Perle unter den Parks von Berlin. – Foto: © Amina Mendez, Neukölln Nachrichten

Zentraler Punkt: der Märchenbrunnen

In der Mitte des Parks thront der Märchenbrunnen, wie man ihn heute nennt. Er besteht aus schlichtem Muschelkalk und ist dennoch prunkvoll anzusehen, durch seine hohe zylinderartige Form und seine reichen Verzierungen. Der Neuköllner Ernst Moritz Geyger hatte die Idee und erbaute ihn im Jahr 1918 im Jugendstil. Der Bildhauer hatte die Vision eines Walddomes. Tatsächlich erweckt die Form des Brunnens die Vorstellung von Fabelwesen, die in einer Waldeslichtung um ihn herumtanzen.

Der Name Märchenbrunnen entwickelte sich jedoch erst mit der Umgestaltung von Bildhauerin Katharina Szelinski-Singer. Sie ersetzte bei der Renovierung des Brunnen im Jahr 1970 ursprünglich vorhandene Seitenfiguren des Brunnens. Anstelle der zerstörten Hirschfamilie entstanden nun zwei Kalksteinfiguren aus Grimms Märchenwelt: Brüderchen und Schwesterchen auf der einen Seite und Aschenputtel auf der anderen Seite. Der Brunnen wird in der Sommersaison von den Berliner Wasserbetrieben gewartet.

Trotz seiner besonderen Schönheit und Baumkulisse ist der Park meist wenig belebt. Hier und da sitzen Paare, Eltern mit einem Kind oder ein paar Jugendliche in der Nähe des Brunnen. Das Geräusch des plätschernden Wassers hat eine wohltuende Wirkung. Hier und da sieht man auch einzelne Spaziergänger oder auch ältere Menschen, die hier Ruhe suchen und finden. Die besondere Atmosphäre des Parks und die vielen Sitzbänke laden zum Verweilen ein.

Das "Spiegelbecken" des Schulenburgparks wird von Platanenalleen gesäumt.
Das „Spiegelbecken“ des Schulenburgparks wird von Platanenalleen gesäumt. – Foto: © Amina Mendez, Neukölln Nachrichten

Nördlich des Springbrunnens ist der Park symmetrisch angelegt. Ein langes rechteckiges Wasserbecken, das „Spiegelbecken“ verleiht einen prächtigen Raumeindruck. Große alte Platanen säumen die beiden Promenadenwege entlang des Wassers. Auch hier sind schattige und lauschige Plätze auf Sitzbänken zu finden. Zu beiden Seiten der Platanenalleen setzt sich der Park in zwei Außenflügeln fort. Dort gibt es kleine Wiesenbereiche und Gehölzgruppen. Sie laden zum Picknick oder Bewegungsspiel auf dem frischen grünen Gras ein.

Die heutige Form des Parks entstand nach dem Zweiten Weltkrieg nach Plänen von Gartenbaudirektor Anton Lohrer. Nach dem Fall der Berliner Mauer investierte das Bezirksamt Neukölln 200.000 Euro in die Wiederherstellung von Wegen und 250.000 Euro in den neu gestalteten Märchenspielplatz. Die Investition war ein großer Erfolg für den Bezirk Neukölln. 2009 erhielt der Park die Auszeichnung des Gustav-Meyer-Preis 2008 für seine gelungene Sanierung und Pflege als historisches Gartendenkmal.

Märchenspielplatz neben dem Schulenburgpark -
Märchenspielplatz neben dem Schulenburgpark – Foto: © Amina Mendez, Neukölln Nachrichten

Die ursprüngliche Parkfläche wurde schon im Jahr 1913 angelegt, damals noch ohne den Namen Schulenburgpark. Ein Hinweis auf diesen Namen fand sich erst in einer Karte von 1920, die die anliegende Straße „Am Schulenburgpark“ nannte.
Nach den historischen Aufzeichnungen verdankt der Park seine Existenz einer geologischen Besonderheit: Das sumpfige und tiefergelegene Gelände war für die Bebauung unbrauchbar. So entschieden sich die Planer damals an dieser Stelle für eine Grünanlage. So ist denn aus einer Not eine Tugend geworden. Die Anwohner des Schulenburgparks können sich heute über diesen naturgegebenen Umstand freuen.

Weitere Informationen:

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