Montag, 15. Juli 2024
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Schulbescheide in einfacher Sprache zugesendet

Alphabetisierung - das Alphabündnis hilft

In Neukölln setzen sich verschiedene Akteure für Alphabetisierung und einfache Sprache ein. Die Schülerhilfe Maja, die Koordinierungsstelle des Bildungsverbunds Schillerkiez und das Alphabündnis sind dabei schon über mehrere Jahre gemeinsam aktiv.
Ausgelöst wurde die Initiative aufgrund praktischer Erfahrungen aus der Elternberatung. Das Thema Übergang in die Oberschule muss vereinfacht werden. Zugleich muss auf geringe Lesekenntnisse ( Literalität ) in einzelnen Gruppen der Bevölkerung Rücksicht genommen werden.

Amtssprache vereinfachen und verständlicher machen

Amtliche Schreiben sind nicht immer leicht zu verstehen. Insbesondere für Menschen, die nur wenig lesen und schreiben können, und für Menschen mit geringen Deutschkenntnissen sind offizielle Briefe oft kaum verständlich. Dies galt bis zum letzten Jahr auch für die Schulbescheide, die Eltern, Familien und Jugendliche über den Weg zur Oberschule und das nächste Schuljahr informieren. Sie die Schulbescheide unverständlich und werden von Eltern nicht richtig verstanden, kann dies gravierende Folgen für die Bildungswege der Kinder haben. Missverständnisse sorgen für Fristversäumnisse. Und notwendige Schritte zur Auswahl und zum Übergang auf eine höhere Schule können verpasst werden. Kinder können dabei wichtige Zeit und ganze Jahre verlieren.

Schulbescheide in einfacher Sprache erstellt

Der Bezirk Neukölln ändert die Verwaltungspraxis. — Karin Korte, Bezirksstadträtin für Bildung, Kultur und Sport griff das Anliegen der engagierten Bürgerinnen auf und bildete eine Arbeitsgruppe. Diese hat die Schulbescheide neu formuliert. Erstmals im Juni wurden neue Schulbescheide in einfacher Sprache verschickt.

Karin Korte sagte dazu: „Die Schulbescheide in einfacher Sprache sind ein wichtiger Schritt hin zu mehr Barrierefreiheit und Beteiligung in der Kommunikation. Sie stellen sicher, dass alle Eltern die wichtigen Informationen zur Schulplatzvergabe verstehen können und entsprechend handeln. Ich freue mich sehr, dass diese positive Veränderung durch gemeinsames Engagement und konstruktive Zusammenarbeit mit dem Schul- und Sportamt erreicht werden konnte.“

Nicht alle Menschen können richtig Lesen

In Berlin haben schätzungsweise 320.000 Menschen im Alter von 18 bis 64 Jahren Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben. Dies sind ca. 14% der erwachsenen Bevölkerung, die damit oft Probleme haben, komplexe amtliche Schreiben zu verstehen. Dokumente in einfacher Sprache vermitteln wichtige Informationen viel besser und helfen, angemessen zu handeln. Die Chancengleichheit wird verbessert, Missverständnisse werden verhindert. Einfache Sprache trägt zur sozialen Inklusion bei und stärkt das Vertrauen in öffentliche Institutionen.