Sonntag, 17. Oktober 2021
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Rückkehr des Werkswohnungsbaus für Beschäftigte im öffentlichen Dienst

Häuserzeile im Steilpfad

Wohnungsnot, hohe Mieten und Fachkräftemangel werden in Berlin zum „Cluster-Risiko“: denn Beschäftigte im öffentlichen Dienst haben gegenüber ihren Kollegen in den Bundesländern und auf dem Land im Jahr bis zu 10.000e weniger auf dem Sparkonto.
In Berlin muss daher schnell gehandelt werden, denn aufgrund der laufenden Pensionierungswelle können nur neue Fachkräfte gewonnen werden, die auch neuen bezahlbaren Wohnraum vorfinden.

Der Senat von Berlin hat daher auf Basis einer gemeinsamen Vorlage von Sebastian Scheel, Senator für Stadtentwicklung und Wohnen, und Andreas Geisel, Senator für Inneres und Sport, allgemeine Handlungsansätze zum Beschäftigtenwohnen für öffentlich Bedienstete beschlossen.

Ziel ist es, untergenutzte Flächen landeseigener Unternehmen und öffentlicher Institutionen für den Wohnungsbau zu mobilisieren. Dort neu geschaffene Wohnungen sollen künftig gezielt Beschäftigten der jeweiligen Dienststellen und Betriebe angeboten werden. So wird erhofft, einen Beitrag zur Fachkräftesicherung im öffentlichen Dienst zu leisten.

Sebastian Scheel, Senator für Stadtentwicklung und Wohnen sagte dazu: „Mit dem heutigen Beschluss knüpfen wir an die Tradition des Berliner Werkswohnungsbaus an. Es ist richtig und in Anbetracht des Fachkräftemangels wichtig, öffentliche Liegenschaften besser zu nutzen, um leistbaren Wohnraum für Landesbedienstete zu schaffen. Das kann zum Beispiel durch eine intelligente Überbauung von Parkplatz- oder Lagerflächen geschehen, aber auch, in dem wir unterausgenutzte Flächen stärker verdichten. Die kurzen Wege zwischen Arbeitsstelle und Zuhause sorgen für ein Plus an Lebensqualität und entlasten gleichzeitig durch weniger Verkehr auf den Straßen die Umwelt. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.“

Andreas Geisel, Senator für Inneres und Sport ergänzte: „Der öffentliche Dienst bietet sichere und attraktive Arbeitsplätze. Neue Beschäftigte zu bekommen ist deswegen aber kein Selbstläufer. Neben guter Bezahlung und moderner Arbeitsplätze ist die Wohnungsfrage eine ganz zentrale. Für ihre Anwärterinnen und Anwärter hat die Polizei Berlin bereits eine Wohnungsfürsorgestelle eingerichtet, um schnell Wohnraum bereitstellen zu können. Dieses Modell sollte Schule machen. Für die Polizistin, den Feuerwehrmann und all die Menschen, die unsere Stadt am Laufen halten, brauchen wir bezahlbare Wohnungen – im Idealfall ohne weite Wege zum Arbeitsplatz. Der Werkswohnungsbau ist der richtige Schritt in diese Richtung.“

Landeseigene Wohnungsbaugesellschaften sollen übernehmen

Der Wohnungsbau auf Flächen in öffentlichem Eigentum, zum Beispiel den Liegenschaften der Polizei oder der Feuerwehr, der BVG oder der Hochschulen, soll vor allem durch die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften realisiert werden — so die Ziele im neuen Senatsbeschluß.
Für die Bestandermitttlung und kleinteilige Planung müssen jedoch Planungskapazitäten aufgebaut werden, die landeseigene Wohnungsgesellschaften auch erst auf dem freien Markt einkaufen müssen. Bis es zu einer effizienteren Nutzung von innerstädtischen Grundstücken und zur klimafreundlichen Siedlungsentwicklung kommt, werden noch zwei bis drei Jahre vergehen. Zudem wird das Bauen im Bestand und neben dem Bestand von Infrastruktur-Gebäuden auch kostenintensiver, als der Neubau auf großen Bauflächen.