Samstag, 28. November 2020
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Minister Gerd Müller fordert faire Arbeitsbedingungen für Frauen weltweit

Minister Dr. Gerd Müller (CSU

Aus der Vielzahl der Pressemeldungen, die die Redaktion zum Internationalen Frauentag erreichten, wird jene mit den weitreichendsten Forderungen herausgegriffen. Sie stammt von einem „alten weißen Mann“, der als Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung einen „guten Job“ macht, und weltweit mehr Frauen zu mehr Rechten und wirtschaftlicher Eigenständigkeit verhilft, als andere politische Akteure:

Anlässlich des Internationalen Frauentags erklärt Entwicklungsminister Gerd Müller:

„Frauen leisten in vielen Entwicklungsländer die Hauptlast der Arbeit – auf den Feldern, in Krankenhäusern, oder in Fabriken. Zugleich sind sie am stärksten von Armut betroffen. Das müssen wir ändern! Wir brauchen endlich faire Arbeitsbedingungen auch am Anfang unserer Lieferketten, damit Frauen selbst über ihr Leben bestimmen und ihre Familien ernähren können.

Die Unternehmensberatung McKinsey hat ermittelt, dass die volle Gleichberechtigung von Frauen das weltweite Bruttosozialprodukt um 1.200 Milliarden Dollar bis 2025 steigern könnte. Doch anstatt Frauen weltweit zu stärken, lassen wir zu, dass Millionen Frauen in globalen Lieferketten ausgebeutet werden. Allein im Textilbereich arbeiten weltweit 60 Millionen Frauen in Nähereien und Färbereien: oft 14 Stunden am Tag, sechs Tage die Woche. Und das für einen Hungerlohn. Der Kampf gegen Armut gelingt nur, wenn Frauen die volle Gleichberechtigung, Zugang zu Bildung haben und im Wirtschaftsleben fest verankert sind. Deswegen setze ich mich dafür ein, dass existenzsichernde Löhne Standard in allen Lieferketten werden.“

Mehr Frauenförderung ist weltweit notwendig
In 70 Prozent aller Länder bestehen heute immer noch unterschiedliche rechtliche oder faktische Hürden bei der wirtschaftlichen Gleichberechtigung von Frauen. So können Frauen beispielsweise in vielen Staaten kein Land erben, kein Konto eröffnen, keinen Kredit aufnehmen oder auch nur Ladenräume anmieten.

Deswegen setzt sich das Entwicklungsministerium (BMZ) dafür ein, die Rechte von Frauen zu stärken und ihre volle Gleichberechtigung zu fördern. Im Bereich Textilien verbessert das vom BMZ gegründete staatliche Textilsiegel „Grüner Knopf“ bereits die Arbeitsbedingungen vieler Frauen. Das Siegel zeichnet besonders sozial und ökologisch nachhaltig hergestellte Textilien aus, bei deren Produktion unter anderem die Rechte von Schwangeren besonders geachtet werden, Mindestlöhne gezahlt werden und es feste Arbeitszeiten gibt.

Mehr Frauen als Unternehmerinnen und Landbesiterinnen
Darüber hinaus hat Deutschland im Nachgang zur G20-Präsidentschaft die Women Enterpreneurs Finance Initiative mit gegründet und ist der mit 50 Millionen Euro der weltweit größte Geber. Bisher konnten in 50 Ländern über 116.000 Frauen den Zugang zu Finanzen, Märkten und Netzwerken ermöglicht, die sie für die Gründung und die erfolgreiche Führung eines Unternehmens benötigen. Ein ähnliches Programm fördert das BMZ über die Afrikanische Entwicklungsbank, das in den nächsten Jahren bis zu 300.000 Unternehmerinnen in Afrika fördern wird.

Außerdem setzt sich das BMZ dafür ein, in den nächsten zwei Jahren Landrechte für 250.000 Frauen zu sichern. Landrechte geben Frauen die nötige Rechtssicherheit, um auch bei Scheidung oder Verwitwung weiterhin ihr Land zu nutzen, um sich und ihre Kinder wirtschaftlich abzusichern. Eigentumsrechte sind oft zentrale Voraussetzung für die Aufnahme von Krediten. In den letzten Jahren haben bereits mehr als 135.000 Menschen gesicherte Landrechte erhalten.


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