Sonntag, 17. Januar 2021
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Lucy-Lameck-Straße in Neukölln

Wissmannstraße: Namensänderung

Die Frauenrechtlerin und erste tansanischen Frau in der Regierungsverantwortung ihres Landes, Lucy Lameck ( 1934-1993), ist neue Namensgeberin der Lucy-Lameck-Straße.
Die Straßenumbenennung der Wissmannstraße ist damit von der Stimmenmehrheit der Bezirksverordnetenversammlung Neukölln beschlossen worden.

Nach einem Aufruf im Sommer 2020 hatten sich über 400 Bewohner*innen Neuköllns mit 166 verschiedenen Vorschlägen an der Namensfindung beteiligt. Eine Jury aus Bürgervertreter*innen direkt aus der Wissmannstraße, Historikern und Vertreter*innen postkolonialer Initiativen hatte die Vorschläge gesichtet und sich auf folgende drei mögliche Namen geeinigt: Nduna Mkomanile, Lucy Lameck und Fasia Jansen.

Der Ausschuss für Bildung, Schule und Kultur der BVV empfahl am 4. November schließlich die Annahme des Namens Lucy Lameck mit folgender Begründung:

„Frau Lucy Lameck (geboren 1934, gestorben am 21.3.1993) war eine der ersten weiblichen Abgeordneten im tansanischen Parlament und die erste Frau des Landes im Regierungskabinett. In ihrer über 20-jährigen Tätigkeit als Parlamentarierin, u.a. als stellvertretende Ministerin für Kommunalentwicklung und Gesundheit, initiierte sie maßgebliche Gesetzesvorlagen zur Verbesserung der Position von Frauen in der tansanischen Gesellschaft. Neben Julius Nyerere war sie eine wichtige Unterstützerin der panafrikanischen Idee; 1965 hielt sie ihre berühmte Rede „Africans Are Not Poor“, in der sie Afrikas Zukunftspotentiale heraushob. Sie wurde 1993 mit einem Staatsbegräbnis geehrt. Durch die Ehrung einer bedeutenden tansanischen Frau wie Lucy Lameck würde sich Neukölln zumindest symbolisch an der Wiedergutmachung der Kolonialverbrechen beteiligen.“

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