Freitag, 17. Juli 2026
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BDZV fordert den „Pressefolgencheck“

Digitale Medienlandschaft

Der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) sieht die wirtschaftliche Grundlage der Presse insgesamt bedroht. Die gesamte Branche ist auf Minijobs angewiesen und sieht sich durch die geplante Abschaffung der Minijobs im Kern bedroht. Der Vorstand des BDZV hat daher grundsätzlich reagiert:
„Die Politik betont regelmäßig, wie unverzichtbar unabhängiger Journalismus für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt ist. Gleichzeitig beschließt sie Regelungen, die professionellem Journalismus schrittweise die wirtschaftliche Grundlage entziehen“, erklärte Dr. Jörg Eggers, Hauptgeschäftsführer und Vorstandsvorsitzender des BDZV. „Nicht jede Maßnahme gefährdet die Presse existenziell – ihre Summe tut es. Genau deshalb brauchen wir künftig einen verbindlichen Pressefolgencheck für neue Gesetze.“

Besonders kritisch bewertet der Verband die geplanten Änderungen bei Minijobs. Die Zustellung gedruckter Tageszeitungen erfolgt frühmorgens und ist auf flexible Beschäftigungsmodelle angewiesen. Höhere Arbeitgeberabgaben oder die faktische Abschaffung von Minijobs würden die Zustellung vielerorts erheblich verteuern oder wirtschaftlich unmöglich machen.

„Wer die Zeitungszustellung schwächt, gefährdet die flächendeckende Versorgung mit unabhängigem Journalismus“, so der BDZV. „Dann geraten nicht nur Geschäftsmodelle unter Druck, sondern auch regionale Öffentlichkeit, Pressevielfalt und tausende Arbeitsplätze in der Zustellung.“

Pressefolgen-Check auch für Berlin?

Der BDVZ übt auch grundsätzliche Kritik: „Die Minijob-Pläne stehen vielmehr exemplarisch für eine Politik, die jede einzelne Regelung isoliert bewertet, ihre kumulative Wirkung auf die Presse jedoch aus dem Blick verliert. Eine Reihe politischer Entscheidungen belastet die Branche bereits heute erheblich.“

Der Verband warnt eindringlich vor den Folgen dieser Entwicklung. „Eine Redaktion, die verschwindet, kommt nicht per Förderbescheid zurück“, so Eggers. „Wo professioneller Journalismus nicht mehr stattfinden kann, entstehen Informationslücken. Diese werden von Desinformation, Gerüchten und den Logiken sozialer Plattformen gefüllt. Wer die Presse schwächt, schwächt die Demokratie.“

In Berlin werden längst eine landesweite Technologiefolgenabschätzung und ein Pressefolgen-Check notwendig. Dazu wurde nicht die Motorsäge, sondern Ockham´s Rasiermesser angesetzt:

Abo-Paywalls & Leser-Logins sind weg: „Public Media“ entstehen! — Freie, unabhängige Lokalpresse-Medien neu bedacht und im [RealLabor] „tiefer gelegt, aufgemotzt und getunt!“

Public Media entstehen als neue Basis-Innovation, die insgesamt stärker ist als „Big-Tech“!

Neukölln Nachrichten mit eigener Impact-Untersuchung

Die Neukölln Nachrichten liefern zusammen mit anderen Bezirkszeitungen in Berlin inzwischen wichtige Vor-Ort-Erkenntnisse und Kennzahlen zum „Pressefolgen-Check für Berlin.“ — Dabei werden die Ansätze, Methoden und Fakten der Kosten- und Leistungsrechnung (KLR) auf unabhängige Lokalverlage und das Konzept von Public Media übertragen und überprüft. Die Daten werden auch mit den Erkenntnissen der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement ( KGSt ) in Köln abgeglichen. Nebeneffekt: die Ursachen der Finanznotlage des ITDZ-Berlin werden nach und nach offen gelegt.

Ziel ist es, die vielfältige qualitativ hochwertige und kulturell und wirtschaftliche Lokal- und Regionalpresse wieder wirtschaftlich zu revitalisieren!

Public Media können mit dem realen Wettbewerbsvorteil „inklusiver öffentlicher Sichtbarkeit“ auch gute Unterstützung für andere Medien anbieten, um Lesereichweiten zu stabilisieren. Print-Medien können etwa an die erfolgreiche Kooperation mit tipBerlin anknüpfen, dessen neue Publikationen berlinweit hier monatlich vorgestellt und verlinkt werden.

Um die Zustellkrise der Print-Zeitungen zu überwinden, werden die Neukölln Nachrichten nach der Berlin-Wahl im September einen Vorschlag für ein „Gemeingut-Verteilsystem“ im Bezirk Neukölln veröffentlichen, der viele soziale Probleme in der Stadtgesellschaft konstruktiv auflöst und „Zeitungslesen“ wieder fördert.


Public Media — Inklusive offene Medienebene für Stadtinformation & offene Stadtgesellschaft* in Berlin!

*) Lokal & weltweit sichtbar werden, anzeigen, technologieoffen konnektieren & publizieren für Alle!