Seit 1997 wird der Tag der Offenen Moschee bundesweit von muslimischen Gemeinden in Deutschland veranstaltet. Bis zu 1.000 Moscheen öffnen sich an diesem Tag für interessierte Menschen.
Den Tag der Offenen Moschee zeichnet aus, dass er Raum und Gelegenheiten für Begegnungen schafft, die im Alltag oft nicht vorhanden sind. Er ist eine besondere Gelegenheit, die Moschee im Stadtteil, in der Nachbarschaft und im Berliner Nachbarbezirk kennen zu lernen. Es ist auch die Gelegenheit, den Islam und die Muslime als Mitmenschen und als Nachbarn näher kennenzulernen, voneinander zu lernen und Vorstellungen übereinander zu geradezurücken.
Die Islamische Gemeinschaft Mİllî Görüş e. V.* ( IGMG ) schreibt dazu in diesem Jahr:
„Unter dem Motto „Moscheen als Träger gesellschaftlicher Verfasstheit“ greift der Tag der offenen Moschee 2026 mehrere bedeutende Perspektiven auf: 30 Jahre Tag der offenen Moschee, 77 Jahre Grundgesetz und die gewachsene Rolle muslimischer Gemeinden und Institutionen in Deutschland. Das Motto lädt dazu ein, darüber nachzudenken, wie unsere freiheitliche und plurale Gesellschaft nicht allein durch Gesetze besteht, sondern vor allem durch Menschen, gesellschaftliche Räume und Institutionen, die Verantwortung übernehmen und das Gemeinwohl stärken.“
Einladung zum gemeinsamen Dschihad?
Die sunnitisch-türkische IGMG bietet auf Ihrer Internetseite auch 12 Informationsblätter über den Islam an. Darunter gibt es eine interessante Deutung des „Dschihad“: „Das Wort „Dschihad“ kommt aus dem Arabischen. Die Wortwurzel „dsch-h-d“ bedeutet so viel wie „sich anstrengen“, „sich bemühen“, „alle Möglichkeiten ausschöpfen, um zum Erfolg zu kommen“.
Dschihad bezeichnet eine innere Einstellung. Sie ist eine Lebensauffassung, wonach das Leben nach dem Wohlgefallen Allahs auszurichten ist. Der Muslim soll sich immer und überall darum bemühen, ein gottesbewusstes Leben zu führen. So gilt die Bemühung, ein besserer Mensch zu werden, Verantwortung zu übernehmen, seine Aufgaben so gewissenhaft wie möglich zu erledigen und anderen Menschen Dienste zu erweisen als Dschihad.
In dem Informationsblatt „Dschihad — meine Bemühung“ klärt eine Frau auf. Rabia sagt: „Ich bekomme auch immer wieder mit, dass Dschihad mit ‚Heiliger Krieg‘ übersetzt wird. Dschihad ist ein Gottesdienst und im Islam wird das Führen eines Kriegs nicht als heilig angesehen. Wenn man das Wort so übersetzt, kommt es zu Missverständnissen.“
So verstanden, könnte es auch eine Einladung sein, zu gemeinsamen Anstrengungen, für eine bessere und friedlichere Welt einzutreten.
Und so könnte am Tag der Offenen Moscheen in Berlin auch ein Start zu einem Dialog beginnen. Indem der Frage nachgegangen wird, ob sich „Dschihad und Grundgesetz“ gegenseitig bedingen und eine Basis für eine friedliche Gesellschaft schaffen?
Weitere Informationen:
Tag der offenen Moschee – berlin.de
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