Montag, 22. April 2024
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Habecks „Wärmewende-Mikado“ am Bau

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Kommentar Michael Springer

Das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) soll wie bisher geplant bereits am 1. Januar 2024 in Kraft treten. Verpflichtend sind die Vorgaben zunächst allerdings nur für bestimmte Neubauten. Ab 2024 sollen neu eingebaute Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbarer Energie betrieben werden.

Im Gebäudebestand geht es nicht so schnell, hier wird die geplante Wärmewende viel langsamer laufen.

Eine sogenannte Entscheidungszeit ist vorgesehen, bis die jeweilige Kommune ihre Wärmeplanung vorgelegt hat. Voraussichtlich wird dies erst ab 2028 umsetzbar, denn dazu müssen erst umfassende Gebäudedaten und Infrastrukturdaten der Energieversorgung erhoben und zusammengelegt werden.

Die „Top-Down“ Klimaschutzpolitik von Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Bündnis 90/Grüne) funktioniert offenbar nicht so, wie sie von den Köpfen der „SocialMedia-Partei“ und „Think-Tank-Expert:innen“ erträumt wurde. — Die „grünen Bypässe“ zu unseren demokratischen Strukturen funktionieren offenbar nicht in der Realwirtschaft.

Jahrzehntelange „visionäre Klimapolitik“ kommt an Grenzen der „Realität.“ — Baupraktiker wissen: auf jeder Baustelle wird zuerst mit der „Grundlagenermittlung“ und „Bestandsanalyse“ begonnen, bevor man genau weiß was geht!
In der Politik sorgt normalerweise der §7 Parteiengesetz dafür, auf dem Boden der Realität zu bleiben! — Wer in digitalen Info-Blasen Politik plant, muss scheitern! — Eine „Bottom-Up-Politik“ muss nun neu konzipiert werden, die auf Bauexperten und Bau-Praktiker statt „Think-Tanks“ setzt.

GEG im Gebäudebestand kaum finanzierbar

Die Habeck`sche Wärmewende ist im Altbaubestand so nicht finanzierbar. Bei einer Realisierung drohen hohe Kosten für Eigentümer und Mieter, die beide in „Immo- und Klimaflüchtlinge“ verwandeln.

Wie brisant der Plan ist, haben FOCUS und WIRTSCHAFTSKURIER aktuell in einem Beitrag publiziert:

Eigentümer sind ratlos: Vor diese unlösbaren Fragen stellt uns das Heizungsgesetz ( Oliver Stock | Focus ).

Das Ergebnis der zu kurz und zu wenig abgestimmten Initiative zum Gebäudeenergiegesetz (GEG) wird auch zur Konjunkturbremse für die Wärmepumpenbranche.

Die CO2-Emissionen steigen weiter. Fatal für den Klimaschutz und für das Ansehen Deutschlands in der Welt. Gebäude verlieren ihren Wert. Eigentümer verlieren die Kreditwüdigkeit für Modernisierungen. Die Bau- und Klimaschutz-Branchen büßen ihre Planungssicherheiten und Umsatzerwartungen ein. Und die Mieter werden verdrängt.

Wer in den Altbau- und Gebäudebestand eingreift, muss grundsätzlich auch bautechnische Regeln und die Architektur der Gebäude beachten — „bevor“ Gesetze und Förderpolitiken entworfen werden.

Der Energieträgerwechsel von fossilen Brennstoffen zu erneuerbarer Elektrizität funktioniert übrigens wie beim Mikado: wenn der Stromanschluss ( der „unterste Stab“) nicht ausreicht, geht nur der Weg, die „einsamen“ Stäbe von Oben abzuräumen.

Eine kluge Klimaschutzpolitik muss daher bei einer geeigneten Förderarchitektur anfangen, die das „Wärmewende-Mikado“ am Bau wirtschaftlich und technisch lösbar gestaltet und CO2-Emissionen auch tatsächlich einspart!


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