Sonntag, 29. Mai 2022
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Erstes nachhaltiges öffentliches Verkehrssystem: Teststrecke für die ottobahn wird gebaut

ottobahn - Nachhaltiger ÖPNV

Der erste Spatenstich für die Teststrecke der ottobahn, vor den Toren Münchens, zwischen den Gemeinden Taufkirchen und Ottobrunn, erfolgte am 17.März 2022. Ein fast 1 km langer Rundkurs wird gebaut, auf dem im Rahmen des Zulassungsverfahrens 100.000 Testkilometer absolviert werden. Bereits in der zweiten Hälfte dieses Jahres soll die erste Gondel der Hochbahn in fünf Metern Höhe ihre Runden über bayerischen Feldern drehen.

Die ottobahn ist ein auf Schienen geführtes Gondelsystem, das in bis zu zehn Metern Höhe über dem Straßenverkehr operieren soll — mit eigener solarer Energievwersorgung. Die Kabinen werden per App gerufen, der Algorithmus berechnet in Echtzeit stets die schnellste Verbindung für sämtliche Gondeln entlang der Strecke.

Zu den Spaten griffen der bayerische Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, Christian Bernreiter, dessen Vorgängerin Kerstin Schreyer sich während ihrer Amtszeit für den Bau der Teststrecke auf einem kommunalen Grundstück eingesetzt hat. Unterstützt wurde er vom Stellvertrenden Landrat des Landkreises München, Ernst Weidenbusch, und von Ullrich Sander, dem Ersten Bürgermeister der Gemeinde Taufkirchen.

In Rekordzeit vom Konzept zur ersten Strecke

Marc Schindler, Geschäftsführer und „Can-do-Officer“ der ottobahn GmbH, dankte den anwesenden Politikern und privaten Investoren für die bislang gebotene Unterstützung: „Drei Jahre von der Unternehmensgründung bis zum Bau der ersten Teststrecke sind wahrlich rekordverdächtig. Das ist genau das Tempo, das wir brauchen, um bei der Transformation der Mobilität voranzukommen. Als Start-up in der Verkehrswirtschaft kommen wir mit einer guten Idee und innovativen Technologie allein nicht sehr weit. Wir sind darauf angewiesen, dass Partner von allen Seiten bereit sind, mutig gemeinsam voranzugehen.“

Verkehrsminister Christian Bernreiter wies in seiner Rede auf die Bedeutung kreativer Lösungen für den Verkehr in Ballungsräumen wie München hin: „In Bayern denken wir Mobilität schon immer breit und vernetzt. Für einen zukunftsorientierten ÖPNV brauchen wir auch neue und innovative Ideen. Ich freue mich sehr, dass mit dem heutigen Spatenstich für die Teststrecke der ottobahn eine solche Innovation bald auch ganz praktisch getestet und damit ein möglicher weiterer Baustein für eine CO2-neutrale Mobilität in Bayern erprobt werden kann.“

Bedarfsgerechte ÖPNV-Lösung

„Gerade im Großraum München brauchen wir solche kreativen Ideen, um den Verkehr zu entzerren“, so der Stellvertrende Landrat Ernst Weidenbusch. „Ein besonderer Charme der ottobahn liegt in den vergleichsweise niedrigen Erstellungskosten, dem niedrigen Flächenverbrauch und einer schnellen Umsetzungszeit.“ Taufkirchens Bürgermeister Ullrich Sander ergänzte: „Für die Anbindung des Umlands an bestehende Verkehrsnetze erscheint uns das Modell der autonomen und bedarfsgerecht verfügbaren Gondeln besonders attraktiv: Hier steckt der öffentliche Nahverkehr immer in der Zwickmühle zwischen einer attraktiven Taktung und vertretbaren Kosten. Die ottobahn könnte dieses Dilemma lösen.“

Das Konzept der ottobahn verzichtet auf Fahrpläne, denn die Fahrgäste werden in Zukunft einfach eine Gondel per App bestellen und entlang der Strecke zu jedem Zeitpunkt aus- und zusteigen können, wo sie möchten. Das Unternehmen und der Bau der Teststrecke ist zu 100 Prozent aus privaten Mitteln finanziert.

Die Technologie baut auf vielen verfügbaren Innovationen der Fördertechnik, des Stahlbaus und der Solartechnik auf und kann wegen der erforderlichen Punktfundamente kostengünstig in fast alle urbanen und städtebaulichen Lagen integriert werden. In Berlin könnte die ottobahn schon mittelfristig eine ganze Reihe von konkreten Verkehrsproblemen lösen helfen, bei denen Planverfahren zu lange dauern und steigende Baukosten den Ausbau bremsen.

Über ottobahn:

Die ottobahn GmbH mit Sitz in München entwickelt ein CO2-neutrales und vollautomatisiertes Transportsystem oberhalb heutiger Straßen. Urbane Städte bekommen damit eine schnelle und kostengünstige Lösung Ihrer Verkehrsprobleme Die Gleisträger werden begrünt und mit Solarzellen ausgestattet. Personen und Güter werden in hängenden Kabinen befördert, die schienengeführt fortbewegt werden. Keine Staus, keine Bahnhöfe, alles on-demand per App.

Weitere Informationen:

www.ottobahn.global