Mittwoch, 28. Juli 2021
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Garten der Margarete-Kubicka-Bibliothek bietet Platz für Wildpflanzen

Klette

Das neue Projekt „Urbanität & Vielfalt“ der Margarete-Kubicka-Bibliothek widmet sich dem Schutz von Wildpflanzen, die im Garten einen Platz finden. — Die Stadtteilbibliothek Margarete-Kubicka-Bibliothek wird damit zur Pflanzenpatin von gefährdeten regionalen Wildpflanzen und zu einem ökologischen „Trittstein-Biotop“ — denn die Samen und Ableger werden an interessierte engagierte Besucher*innen weitergegeben.

Das Projekt „Urbanität & Vielfalt“ soll so die biologische Vielfalt heimischer Pflanzen fördern. — Zugleich wird der Garten zu einer Art lebendiger Bibliothek, in der lebendige Pflanzen studiert werden können.

Die im Botanischen Garten der Universität Potsdam vorgezogenen Wildpflanzen sind schon gepflanzt. Streng genommen sind es nun keine Wildpflanzen mehr, weil sie nun gärtnerisch behandelt werden.

Wildpflanzen – Unkraut – Ruderalpflanzen

Biologen, Botaniker und Gärtner unterscheiden Pflanzenarten nach verschiedenen Kriterien, die Herkunft, Standort und Art des Aufwachsens berücksichtigen.
Die Liste der wildwachsenden Gefäßpflanzen des Landes Berlin mit Roter Liste versammelt die Gesamtartenliste Berlins und die gefährdete Pflanzen.

Neu zugewanderte Pflanzen (Neophyten), die sich als Kulturfolger des Menschen auf ehemalig bebauten Geländen und stillgelegten Bahnanlagen ansiedeln, werden auch als Ruderalpflanzen bezeichnet.
Gärtner dagegen unterscheiden gern zwischen störenden Unkraut und Wildpflanzen, wobei das sehr persönliche Sichtweisen beinhalten kann.

Der Grund: viele Pflanzen sind essbar, als Kräuter und Medizin nutzbar. Und erfreuen sich besonders Wildkräuter einer steigenden Beliebtheit.

Die beste Sichtweise: „Unkraut erwünscht!“ – ein engagierter Naturfreund aus Mannheim hat dazu die sehr informative Internetseite unkraeuter.info erstellt, die viele Pflanzenarten mit Bild vorstellt.

Standortbedingungen und Boden

Leider wachsen Pflanzen nicht auf jedem Boden! Die Standortbedingungen müssen passen. Auf nährstoffreichen Böden fallen Wildpflanzen von Trockenbiotopen und nährstoffarmen Böden schon bald aus. Zudem sind viele Pflanzen nur einjährig und zweijährig. Das bedeutet Sie überleben nur als Samen – und wenn die nicht anwachsen, wächst keine neue Generation heran.
Im Naturschutz ist deshalb eine andere Kategorie bedeutsam geworden: Pflanzen aus „gebietseigenen Herkünften.“ Zwecks Verbreitung und Vermehrung werden Pflanzen von ähnlichen Standorten entnommen und zum Naturschutzausgleich neu auf ähnliche Böden gepflanzt.
Die Humboldt-Universität hat dazu sogar eine umfassende Studie erstellt:
Pflanzen für Berlin – Verwendung gebietseigener Herkünfte.

In jedem Fall kann nun in Britz nach Wildpflanzen Ausschau gehalten werden, und das botanische Wissen aufgefrischt werden.

Kontakt und Information
www.berlin.de/stadtbibliothek-neukoelln.de
Tel.: 030 90239 1223, -1227
Mail: margarete.kubicka@stadtbibliothek-neukoelln.de