Hudhaifa Al-Mashhadani, Generalsekretär des Deutsch-Arabischen Rates und Leiter der Deutsch-Arabischen Schule in Berlin-Neukölln , ist am letzten Freitag angegriffen worden. Der Pädagoge wurde im U-Bahnhof Rathaus Neukölln von einem Mann geschlagen und gestoßen. Möglicherweise habe ein Unbekannter ihn sogar vor einen herannahenden Zug stoßen wollen, so sagte der Schulleiter gegenüber der Presse und hat den Fall angezeigt.
Al-Mashhadani schrieb an die Polizei: „Als die U-Bahn ankam und ich gerade in den vorderen Waggon einsteigen wollte – den, der direkt neben dem Fahrer steht – wurde ich plötzlich und völlig unerwartet mehrmals und heftig von hinten geschubst, als wollte mich jemand vor den Zug schieben.“
Weiter heißt es, der Mann habe „drohende Handzeichen“ gemacht. Al-Mashhadani sagte, er glaube, er sei kein zufälliges Opfer gewesen. Er geht vielmehr davon aus, dass der Angreifer ihn erkannt hat. Nach der Tat sprach er mit Freunden und Bekannten über den Angreifer, es gab eine Beschreibung der Person und nun auch Hinweise auf seine Identität.
Die Personenbeschreibung des mutmaßlichen Täters liegt der Polizei vor. Zu den Personalien des Mannes lägen allerdings noch keine Erkenntnisse vor, sagte der Sprecher.
Täter wird gesucht
In einer Stellungnahme der Deutsch-Arabischen Schule werden die optischen Merkmale des Angreifers wie folgt beschrieben: „männlich, europäisches Aussehen, ca. 176 cm groß, schwarze Haare, schwarzer Schnurrbart, langer schwarzer Mantel, rotes palästinensisches Keffiyeh um den Hals, Brillenträger.“
Die Polizei wertet die Videoaufnahmen vom U-Bahnhof aus und sucht nach möglichen Zeugen des Vorfalls. Die Ermittlungen der Polizei werden vom Staatsschutzes geleitet, die für politisch motivierte Straftaten zuständig ist.
Mit dem „Band für Mut und Verständigung 2025“ ausgezeichnet
Hudhaifa Al-Mashhadani wurde erst Anfang November als Leiter der Deutsch-arabischen Schule in Neukölln ausgezeichnet. Er erhält die Auszeichnung für seinen langjährigen Einsatz für eine offene, demokratische Gesellschaft. Er prägte die Deutsch-Arabische Schule Ibn Khaldun als Ort der Bildung, Begegnung und Wertevermittlung und setzt sich trotz Bedrohungen mutig für Menschenrechte und Toleranz ein.
Die die säkulare Deutsch-Arabische Schule Ibn Khaldun steht ständig unter Polizeischutz. Der Leiter wird sehr häufig auch bedroht, wie ein Kurzportrait auf YouTube berichtet.
Im nachfolgenden Film wird die Arbeit von Dr. Hudhaifa Al-Mashhadani von der Filmemacherin Antje Dombrowsky im Auftrag des Band für Mut und Verständigung gewürdigt.
Das Band für Mut und Verständigung existiert bereits sein dem 16. Oktober 1991. Als ständige Aktivität hat das Bündnis 1993 beschlossen, beispielhafte Aktionen in Berlin und Brandenburg mit dem „Band für Mut und Verständigung“ auszuzeichnen, bei denen Bürger*innen sich couragiert gegen Diskriminierung und Gewalt aus rassistischen Beweggründen wenden bzw. sich in langjähriger und ehrenamtlicher Arbeit für ein friedliches und respektvolles Zusammenleben aller Menschen einsetzen. Es wird seit 1993 vergeben.
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