Donnerstag, 24. September 2020
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Weitere Kinder aus Griechenland in Schönefeld gelandet

Alltagsszene in Moria

Im Rahmen einer europäische Hilfsaktion sind weitere Kinder aus den überfüllten und ungeeigneten Flüchtlinsglagern in Griechenland in Deutschland angekommen.
22 medizinisch behandlungsbedürftige Kinder trafen heute mit ihren Kernfamilien am Flughafen Berlin Schönefeld ein.

Bundesinnenminister Seehofer hatte nach Abstimmung innerhalb der Bundesregierung entschieden, 243 medizinisch behandlungsbedürftige Kinder, einschließlich ihrer Kernfamilien, also insgesamt 928 Personen aus Griechenland im Rahmen einer europäischen Hilfsaktion zu übernehmen.

Insgesamt kamen heute 90 Personen am Flughafen Berlin Schönefeld an, darunter 46 Personen aus Afghanistan, 3 Personen aus Kamerun, 3 Personen aus Kongo, Demokratische Republik, 11 Personen aus dem Irak, 7 Personen aus den Palästinensischen Gebieten, 2 Personen aus Somalia und 18 Personen aus Syrien.

Nach Angabe des Bundesinnenministeriums handelt es ich um 22 Familien, mit 22 medizinisch behandlungsbedürftigen Kinder (davon 12 im Alter von 0 bis 6 Jahren, 7 im Alter von 7 bis 13 Jahren und 3 im Alter von 14 bis 17 Jahren), dazu 40 begleitende Erwachsene und 28 begleitende Geschwisterkinder (davon 15 im Alter von 0 bis 6 Jahren, 8 im Alter von 7 bis 13 Jahren und 5 im Alter von 14 bis 17 Jahren).

Die Familiengrößen variieren zwischen 2 und 8 Personen. Unter den 90 Personen befinden sich 2 alleinerziehende Eltern.

Die Verteilung der in diesem Transfer angekommenen 90 Personen erfolgt in acht Bundesländer (Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Bayern und Berlin).

Die Verteilung erfolgt auf Grundlage eines gemeinsamen Bund-Länder-Konzepts in Abstimmung mit allen Ländern. Dabei werden auch weitere Kriterien, etwa familiäre Bindungen und besondere medizinische Bedarfe, berücksichtigt.

Aufnahmeverordnung sieht vor, dass Berlin die Aufnahme der Geflüchteten organisieren und die Kosten dafür tragen würde, nicht der Bund. Allerdings braucht die rot-rot-grüne Koalition noch das Einverständnis des Bundesinnenministerums.

Streit mit dem Land Berlin über Aufnahme von Flüchtlingen

Im Rahmen eines ersten Bundesprogramms waren Mitte April 47 unbegleitete Minderjährige von Griechenland nach Deutschland gebracht worden. Berlin hatte acht Kinder aufgenommen. Berlins Innensenator Geisel kritisierte das Programm als zu klein und zu langsam, da es in den Lagern völlig menschenunwürdige Verhältnisse gibt.

Den Berliner Aufnahmewunsch nach weiteren Flüchtlingen hatte Minister Horst Seehofer bereits dreimal abgelehnt. Die Begründung dafür: Seehofer wollte erst eine bundeseinheitliche Lösung mit den zuständigen Ländern herbeiführen.

Innensenator Geisel hatte vor diesem Hintergrund um Zustimmung geworben: „Wir müssen europäische Werte auch leben.“- „Menschen, denen wir helfen können, müssen wir auch helfen.“

Nun ist diese vorläufige Etappenlösung da, die natürlich in der Zahl der Geretteten noch immer nicht ausreicht.

Die Situation in den griechischen Lagern wie in Moria auf der Insel Lesbos ist nach wie vor katastrophal. 20.000 Flüchtlinge bei nur 3.000 Plätzen sind hier zusammengepfercht. Obendrein muss wegen Corona-Gefahr verhindert werden, dass aus der humanitären auch eine noch eine gesundheitliche Katastrophe werde.

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